Wir sehen es als unsere Aufgabe an, alle Situationen zu erfassen und zu archivieren, die dazu führen, daß Kinder und Jugendliche auf der Straße leben müssen oder wollen, und das weltweit.
Dies ist um so notwendiger, als in vielen Bereichen der Problementwicklung Forschungsdefizite zu erkennen sind: Angesichts des Zusammenbruchs internationaler traditioneller Normen und Strukturen, wachsender
Flüchtlingsströme, einer zunehmenden Zahl von Kriegs- und Aids-Waisen sowie von Straßenkindern und -jugendlichen, wie z.B. in Osteuropa und auf dem Balkan bedarf es ganz neuer Konzepte, um mit dem Problem verarmter, entwurzelter und sozial diskriminierter Kinder und Jugendlicher umzugehen.
Weltweit besteht keine anerkannte Forschungsarbeit, die Einflüsse der Globalisierung von Kultur und Ökonomie auf das Phänomen "Straßenkinder" darstellt. Die bildungspolitischen Konzepte halten mit der Problementwicklung nicht Schritt.
In diesem Zusammenhang wird mit allen im Bereich tätigen Personen und Projekten ein Netzwerk eingerichtet mit dem Anspruch, sich gegenseitig Inspirationen für lokale und globale Lösungen zu geben.
Da wir einem globalen Problem gegenüberstehen, kommt es auf internationale Zusammenarbeit an. Dabei müssen sich wissenschaftliche und praktische Erfahrungen miteinander ergänzen.
Langfristiges Ziel
Verbesserung der Lebenssituation von sozial gefährdeten Mädchen und Jungen durch Entwicklung von Lösungsstrategien. Basis hierfür ist eine weitreichende Vernetzung unter Einbeziehung internationaler Erfahrungen und Modelle.
Mittelfristiges Ziel
Intensivierung des Verantwortungsbewusstseins
gegenüber dem Problem sozial gefährdeter Mädchen und Jungen auf wissenschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene.
Kurzfristiges Ziel
Archivierung und wissenschaftliche Auswertung
der zum Thema vorhandenen Literatur und Materialien (wissenschaftliche Veröffentlichungen, Bücher, Projektberichte, Filme, Fotos etc.) und eine
umfassende Analyse bestehender Wissens- und Forschungslücken. |